head
ss

person

Brillen

service

training

presse

kontakt

Impressum

shop



Presse



Teil 2: Auge • Wahrnehmung • Vision

Abgesehen von wenigen Fällen angeborener genetischer Komplikationen, sind die
meisten von uns mit gesunden und vitalen Augen auf die Welt gekommen, erst im
Laufe der Zeit erfahren viele Menschen eine Verschlechterung ihres Sehvermögens
und ihrer Sehfähigkeit.

Der amerikanische Augenarzt Dr. William Bates (1860 – 1931), ein Pionier auf dem
Gebiet des Augentrainings, ging davon aus, dass Sehschwächen durch geistige und
emotionale Anspannung und ungesunde Sehgewohnheiten hervorgerufen werden.

Der Psychoanalytiker Dr. Wilhelm Reich vermutete, dass zurückgehaltene Gefühle
sich in angespannten Muskeln widerspiegeln und damit einen äußeren Schutzpanzer
erzeugen, der im Sehsystem zu einem Zurückhalten von Lebensenergie führt.

Innerhalb einer ganzheitlichen und spirituellen Betrachtungsweise kommen mehrere
Faktoren als Ursache einer Sehschwäche in Betracht. Diese lassen sich drei Bereichen
zuordnen, der Körperstruktur (Haltungsfehler, Hals- und Nackenmuskulatur, ver-
krampfte Muskeln, Verspannungen, Blockaden im cranialen Bereich), dem Stoffwechsel
(Ernährung, Umweltbelastung, Bewegung) und der Psyche (Emotionen, Überzeugungen,
Ansichten, Selbstbildnis, Lebensumstände).

Auch unsere Ernährungsgewohnheiten und unser Essverhalten, wie auch die Belastun-
gen durch die Umwelt, üben auf unsere Biochemie und damit auf unser Sehver mögen
einen entscheidenden Einfluss aus - denken wir dabei nur an die Nachtblindheit, die
auf einen Vitamin A Mangel zurückzuführen ist.

In der chinesischen Medizin gibt es einen sehr engen Zusammenhang zwischen den
Augen und der Leber, da die Leber als Entgiftungsorgan für unseren Stoffwechsel ein
große Rolle spielt und für den Aufbau des Vitamin A verantwortlich ist. Ebenso führt
man Augenkrankheiten, wie z.B. den senilen grauen Star, unter anderem auf Stoff-
wechselprobleme zurück, die mit zur Trübung der Augenlinse beitragen.


Wie wirkt sich emotionaler Stress auf das Sehen aus?

Können Sie sich noch an den Zeitpunkt erinnern, an dem Sie Ihre erste Brille beka-
men? Denken Sie doch einmal darüber nach, welche besonderen Umstände zu dieser
Zeit vorlagen, und in welcher Situation Sie sich damals befanden. Der Verlust der
Sehschärfe wird oft durch emotionalen Stress ausgelöst. Dieser Stress kann das Er-
gebnis einer offensichtlich traumatischen Erfahrung sein oder von einem ganz alltäg-
lichen Kindheitserlebnis herrühren – z.B. der Umzug in eine andere Wohnung oder
Stadt, das Hinzukommen eines neuen Geschwisterchens oder sehr oft auch die
Einschulung.

Der entscheidende Faktor, der aus normalem Stress ein körperliches Symptom wer-
den lässt, könnte unser Umgang mit unangenehmen Gefühlen sein. Wenn wir als
Kind gelernt haben, unsere Gefühle wie z.B. Angst oder Wut anzuerkennen und offen
auszudrücken, werden wir solche Situationen besser verarbeiten können. Hat man
uns dagegen beigebracht, Gefühle zu unterdrücken, indem wir einfach das Thema
wechseln, werden wir von unseren eigenen Erfahrungen abgetrennt. Da die meisten
Menschen schon sehr früh im Leben gelernt haben, Gefühle lieber zu unterdrücken,
statt sie zu spüren und mitzuteilen, müssen diese übergangenen Gefühle irgendwie
einen Weg des Ausdrucks finden – im allgemeinen geschieht dies über den Körper.
Warum letztendlich der eine dieses Symptom, in diesem Fall die Sehschwäche, ent-
wickelt, und der andere nicht, hängt eben auch damit zusammen, wie der einzelne
gelernt hat, mit Stress und stressbeladenen Situationen umzugehen. Sehr oft sind
Sehbeschwerden das Ergebnis des Wunsches, die Konfrontation mit irgendeinem As-
pekt des Lebens zu vermeiden, d.h. man möchte oder kann diesen Umstand nicht
mehr sehen. Als Folge davon verschlechtert sich die Sehschärfe.

Sie haben sicher schon einmal selbst bemerkt, wie sich das Sehvermögen je nach
Situation verändert hat – nach einem entspannten und ruhigen Wochenende sieht
man besser, als nach einer durchfeierten Nacht. Zum anderen verschlechtert sich
das Sehvermögen in Verbindung mit depressiven und ängstlichen Gefühlen. Auch
kann man feststellen, dass z.B. bei Traurigkeit unser Gesichtsfeld eingeengt ist. All
dies zeigt, dass Sehen ein dynamischer, flexibler und sich ständig verändernder Pro-
zess ist – wobei unsere Gefühle und Einstellungen eine entscheidende Rolle spielen.


Psychische Ursachen für nachlassendes Sehvermögen

Eine sehr häufige Ursache für Fehlsichtigkeit ist Angst, ausgelöst durch die unter-
schiedlichsten Ereignisse. Das Wort Angst stammt ab vom lateinischen angustus = eng,
denn Angst erzeugt immer Enge im Bewusstsein. Angst führt aber auch zu einer star-
ken Anspannung und Verkrampfung der gesamten Augenmuskulatur, die im Verhältnis
zu ihrer Größe die stärksten Muskeln im menschlichen Körper sind. Wenn wir uns un-
sere Angst und deren Ursache bewusst machen, erweitern wir dadurch unser Bewussts-
ein. Ein weites Bewusstsein aber kennt keine Begrenzung, keine Enge und keine Angst.
Nur durch Bewusstmachen der eigentlichen Ursachen ist wahre Heilung möglich.

Wenn wir die Dinge nicht mehr klar – in all ihrer „Schärfe“ – sehen, brauchen wir uns
erst einmal nicht weiter mit ihnen auseinanderzusetzen. Dieser Schutz- und Verdrän-
gungsmechanismus funktioniert so großartig, dass er immer wieder auf’s Neue akti-
viert wird, sobald wir versuchen, mit Hilfe einer Brille unser schlechtes Sehvermögen
zu korrigieren. Eine Sehhilfe ist aber nur eine rein optische Korrektur, und so lange
wir uns nicht mit dem hinter der Fehlsichtigkeit stehenden Thema auseinandergesetzt
haben, wird unser Verdrängungsmechanismus erneut in Kraft treten und unsere Seh-
schärfe im Laufe der Zeit entsprechend nachlassen. – Solange wir jedoch eine Brille
tragen, schleppen wir eine Barriere mit uns herum, die uns daran hindert, unsere tief-
sten emotionalen Themen zu erkennen und aufzulösen. Wenn wir nicht klar sehen, so
liegt es daran, dass wir nicht klar sind.


Ganzheitliche Betrachtung des Sehens

Unser Gehirn besteht aus einer rechten und einer linken Hälfte, die über einen großen
Nervenstrang, den Balken (Corpus Callosum) miteinander verbunden sind. Der über-
wiegende Teil des rechten Auges ist mit der linken Gehirnhälfte verbunden und der
überwiegende Teil des linken Auges mit der rechten Gehirnhälfte. Dabei kommen
beiden Gehirnhälften unterschiedliche Bedeutungen zu: während die linke Hälfte für
Intellekt und Analyse steht, finden wir in der rechten Hemisphäre den Bereich der Krea-
tivität und Phantasie. So ist es auch verständlich, dass wir nur dann optimal und als
Ganzes funktionieren, wenn rechte und linke Gehirnhälfte integriert sind und
harmonisch miteinander korrespondieren.

In der chinesischen Medizin wird die rechte Körperhälfte als gebende und männliche
Seite bezeichnet. Entsprechend gilt die linke Körperhälfte als empfangende und weib-
liche Seite und steht mit der rechten Gehirnhälfte in Verbindung. So betrachtet ist das
rechte Auge das männliche, das linke Auge das weibliche. Das rechte Auge steht aber
auch für unsere Vaterwahrnehmung und das linke Auge für die Mutterwahrnehmung.

Vor diesem Hintergrund bekommen viele Fragen eine zusätzliche, tiefere Bedeutung,
z.B.: Mit welchem Auge habe ich das klarere Sehen? Welches Auge ist mein domi-
nantes Auge? In welchem Auge entwickeln sich krankhafte Symptome? Lebe ich
meine weiblichen/männlichen Anteile, und werden diese ausreichend in mein Leben
integriert?

Ganzheitlich betrachtet, sagt die Art und Weise wie wir zum Beispiel unser linkes Auge
gebrauchen, etwas darüber aus, wie wir mit unseren Gefühlen und unserer Kreativität
umgehen, und auch über unsere Fähigkeit, zu empfangen. Auch spiegelt sich hier un-
sere Einstellung zu allen weiblichen Aspekten wider. Entsprechend ist der Gebrauch
unseres rechten Auges Ausdruck unserer intellektuellen, analytischen und verbalen
Fähigkeiten und gibt uns Auskunft über unsere Einstellung zu allen männlichen Aspek-
ten und über unsere Fähigkeit zu geben.

Im Rahmen des integrativen Sehtrainings versuchen wir, unsere visuelle Fitness zu
erhöhen, und das harmonische Zusammenspiel beider Augen zu optimieren. Dies er-
zielen wir über spezielle Augenübungen und kinesiologische Korrekturen, die zu einer
Optimierung der Gehirnfunktionen, und zu einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit bei-
der Augen beitragen. Wenn wir das Sehvermögen des bis dahin schlechteren Auges
verbessern können, haben wir die Möglichkeit, gleichzeitig auch die Qualität der da-
mit verbundenen Gehirnhälfte zu verändern. Denn wenn wir das Sehvermögen beider
Augen einander wieder angleichen, fördern wir hierdurch auch die Zusammenarbeit
beider Gehirnhälften. Wir erreichen dann eine bessere Integration der unterschied-
lichen Wahrnehmung des männlichen und des weiblichen Auges, und gleichzeitig eine
Balance der männlichen und weiblichen Anteile in uns.

Ein Sehtraining ist nur dann effektiv und wirkungsvoll, wenn es auf ganzheitliche
Weise alle Aspekte, die mit den Augen und dem Sehen zu tun haben, integriert. Wenn
ich versuche mein Sehen ausschließlich durch Augenübungen zu verbessern, so ist
das schon ein Schritt in die richtige Richtung, der Erfolg wird sich aber nur langsam
und in geringem Umfang einstellen. Erst durch ein integratives Arbeiten auf den
Ebenen Auge, Geist und Gehirn, unter Einbeziehung meiner Gefühle und Emotionen,
habe ich die Möglichkeit mein Sehvermögen zu verbessern. Das Integrative Sehtrai-
ning umfasst daher neben Augen- und Wahrnehmungsübungen, dem Visual-Training,
Entspannungsübungen und Übungen zur Gehirnintegration, auch Bewusstseinsübungen,
Mentaltechniken und kinesiologische Korrekturen.

Vorab muss ich natürlich eine positive Veränderung meines Sehens überhaupt für
möglich erachten. Dazu reicht es nicht aus, dass mein Bewusstsein möchte, dass sich
das Sehvermögen verbessert, entscheidend ist vielmehr, dass mein Unterbewusstsein
daran glaubt. Dies lässt sich zum Beispiel mit Hilfe von kinesiologischen Tests prüfen
und bei Bedarf entsprechend korrigieren.

Dann muss ich mich fragen, warum meine Augen das Symptom des unklaren Sehens
überhaupt entwickelt haben und versuchen, hinter all dem mich selbst zu erkennen.
Was enthüllen mir meine Augen über mich selbst? Ich muss eine Verbindung herstellen
zu den Themen und Umständen, die meine Wahrnehmung ursprünglich „getrübt“ haben.
Mein „äußeres“ Sehen kann nämlich nur dann verbessert werden, wenn auch mein „inneres“ Sehen klarer wird. Dieses innere Sehen bezeichnet man als Wahrneh-
mungsbewusstsein, und es gibt mir Auskunft über meine Beziehung zum Leben.

Sehen ist ein sehr kreativer und vor allem lebendiger Prozess. Indem ich wieder zu
mir selbst finde und lerne, meine Gefühle auszudrücken, kann die Energie wieder frei
fließen und die Lebendigkeit in Augen und Geist zurückkehren.

Durch integratives Sehtraining können Sie im wahrsten Sinne des Wortes mit anderen
Augen sehen lernen, – sehen lernen bedeutet, sich auf einen Transformationsprozess
einzulassen, um sein wahres „Selbst“ zu erkennen, und durch Selbsterkenntnis eine
innere Wandlung herbeizuführen.

Wenn Sie die Bereitschaft haben, die notwendigen Veränderungen an sich selbst und
an Ihrem Leben vorzunehmen, können Sie eine Verbesserung Ihrer Sehkraft und Ihrer
Wahrnehmungsmöglichkeiten erreichen.